Von Heimatlosigkeit, Selbstzweifeln und Erfolg – Claudio Minder
Shownotes
Claudio Minder liebt, was er tut. Heute führt er als Co-Geschäftsführer die Schweizer Schuhmarke Joya mit – und tut dies mit viel Leidenschaft, Bodenständigkeit und klaren Zielen. Doch sein Weg dahin war alles andere als vorgezeichnet. Aufgewachsen ist Claudio in einem kleinen Dorf in Italien. Seine Eltern arbeiteten dort als Missionare und engagierten sich für die Menschen vor Ort. Obwohl er die italienische Schule besuchte und Italien seine Heimat hätte sein sollen, fühlte er sich oft zwischen zwei Welten. Nicht ganz Italiener, nicht ganz Schweizer. Weder hier noch dort wirklich zuhause. Das Gefühl von Heimatlosigkeit begleitete ihn viele Jahre. Mit 16 Jahren wagt er einen grossen Schritt: Er verlässt Italien, zieht alleine in die Schweiz und beginnt ein neues Leben. Die ersten Monate sind schwierig. Er kennt kaum jemanden, spricht fast kein Schweizerdeutsch und kämpft mit der Integration. Gleichzeitig geniesst er die neu gewonnene Freiheit. Zum ersten Mal bestimmt er selbst über sein Leben. Er stürzt sich ins Nachtleben, lebt für Partys und den Ausgang – und wird dabei als Model entdeckt. Darauf folgt die Einladung zum Casting für die Wahl zum Mister Schweiz. Claudio zweifelt, ob er überhaupt teilnehmen soll. So selbstsicher wie er gegen aussen wirkt, fühlt er sich innerlich gar nicht. Er nimmt trotzdem teil – und gewinnt tatsächlich. Plötzlich steht Claudio im Rampenlicht. Doch der Titel «schönster Mann der Schweiz» löst seine Unsicherheiten nicht auf. Im Gegenteil: Die Selbstzweifel bleiben. Kritische Fragen der Medien und eine verschrobene Darstellung seiner Interviews überfordern den jungen Mann. Bald erkennt er, dass Schönheit kein Fundament ist, auf das er sein Leben bauen möchte. Er zieht sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück und schlägt einen neuen Weg ein. Mehr als 20 Jahre später ist aus dem jungen Mister Schweiz ein erfolgreicher Unternehmer, ein Familienvater und eine Führungspersönlichkeit geworden. Im vis à vis spricht Claudio Minder offen über Identität, Selbstzweifel, Erfolg, Führung – und wie er gelernt hat seine Menschenfurcht abzulegen. Und er verrät, weshalb er sich auch heute noch gerne ambitionierte Ziele setzt – zum Beispiel in diesem Jahr 1400 Kilometer zu laufen.
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Autorin & Host: Ruth Stutz
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